Sanierungsplanung Holzschutz

Warum ist Holzschutz notwendig?

Holz ist ein natürlicher Baustoff und unterliegt somit dem natürlichen Verfall. Um den biologischen Kreislauf zu schließen, sind in der Natur verschiedene Pflanzen, Algen, Mikroorganismen, Pilze und Insekten daran beteiligt, die Nährstoffe eines Baumes nach seinem Tode wieder in Humus zu verwandeln.

Schäden an verbauten Hölzern (abgesehen von Belastungsschäden) werden in der Regel durch Insekten und Pilze hervorgerufen. Diese unterscheiden schließlich nicht, ob das Holz im Wald liegt oder in unseren Häusern verbaut ist.

Die Schäden an verbauten Hölzern können grob in Pilz- und Insektenschäden unterteilt werden, wobei Mischbefälle unterschiedlicher Schaderreger nicht selten festgestellt werden.

In Abhängigkeit vom Einbauort und der geplanten Nutzung sind unterschiedliche Verfahren zum Schutz der Hölzer verfügbar. Daher sind die erforderlichen Maßnahmen entsprechend auszuwählen.

Gern unterstütze ich Sie bei der Planung von entsprechenden Präventiv-  und Sanierungsmaßnahmen.

Teilweise erneuerte Dachkonstruktion nach Hausschwammbefall
Teilweise erneuerte Dachkonstruktion nach Hausschwammbefall

Schäden durch Insekten

Ein Schaden durch holzzerstörende Insekten wird meist durch die Ausflugslöcher der jeweiligen Insekten festgestellt. Diese haben je nach Art des Insektes eine spezifische Größe und Form. Das Holz dient den Larven als Nährsubstrat und wird erst nach der Metamorphose zum erwachsenen Insekt verlassen. Die erwachsenen Insekten haben meist nur eine kurze Lebensdauer, weshalb die Tiere einen Großteil ihres Lebens im Holz verbringen. Unter bestimmten Umständen verbringen die Tiere sogar ihr gesamtes Leben im Holz.

Da die Inhaltstoffe vom Holz sehr schwer aufzuspalten sind, verwerten einige Arten nur die weichen und / oder nährstoffreichen Holzzonen oder sind auf Pilze angewiesen, die die Holzstruktur zuvor aufspalten.

An verbauten Hölzern ist häufig ein fehlender chemischer Holzschutz oder eine erhöhte Holzfeuchte die Ursache für einen Insektenbefall, der zu schwerwiegenden statischen Problemen früheren kann. Im schlimmsten Fall kann der Querschnitt eines Balkens oder sonstigen Holzes von den Larven bereits so stark geschädigt sein, dass die statische Funktion nicht mehr gegeben ist.

Die bedeuteten holzzerstörenden Insekten in Deutschland sind der Hausbock, der Gewöhnliche und der Gescheckte Nagekäfer und der Splintholzkäfer. Darüber hinaus gibt es noch weitere regional bedeutende Arten (wie z.B. Schiffsbohrmuschel, Bohrassel, Gekämmter Nagekäfer, Termiten). Schäden durch Scheibenböcke und Holzwespen sind ebenfalls häufig zu finden, jedoch gehen von diesen meist keine statischen Beeinträchtigungen aus.

Dagegen zählen Ameisen im klassischen Sinne nicht zu den holzzerstörenden Insekten. Es gibt weltweit keine Ameisenart, die Holz frisst. Sie nutzen lediglich durch Pilze vorgeschädigte Hölzer, um ihre Nester zu bauen. Daher können sie lediglich Indikator für einen möglichen Pilzschaden sein.

Fraßschaden durch den Weichen Nagekäfer
Fraßschaden durch den Weichen Nagekäfer
Frische Ausflugslöcher des Gescheckten Nagekäfers an einem Fachwerk
Frische Ausflugslöcher des Gescheckten Nagekäfers an einem Fachwerk

Braunfäule

Braunfäule wird von unterschiedlichen Pilzen verursacht. Durch Enzyme wird die Cellulose und die Hemicellulose abgebaut, sodass das braune Lignin zurückbleibt und die entsprechende Dunkelfärbung entsteht. Durch den Abbau der Cellulose entstehen bei Schwinden des Holzes Längs- und Querbrüche, wodurch der typische Würfelbruch entsteht. Je nach Pilzart können die Würfel wenige Millimeter bis zu mehreren Zentimetern lang sein. Im Endstadium sind die Rohdichte und die Festigkeit soweit gemindert, dass das Holz pulverisiert werden kann.

Zu den häufigsten Vertretern in Gebäuden zählen der Echte Hausschwamm, die Porenschwämme und der Braune Kellerschwamm.

Weißfäule

Bei der Weißfäule werden neben der Cellulose und der Hemicellulose auch das Lignin abgebaut. Dadurch kommt es zu einer hellen Verfärbung und Faserigkeit des Holzes. Trotz des Abbaus der drei Hauptbestandteile des Holzes kommt es erst im finalen Stadium zu einer Verformung des Holzes.

Weißfäule wird nur von wenigen holzzerstörenden Pilzen in Gebäuden verursacht und ist häufiger an im Freien verbauten Holz zu finden. Der wichtigste Vertreter in Gebäuden ist der Ausgebreitete Hausporling.

Moderfäule

Moderfäule ist ein eigener Fäulnistyp, der durch verschieden Pilze verursacht wird. Sie tritt an Hölzern auf, die einer enormen Feuchte ausgesetzt sind. Hierzu gehören Hölzer mit Erdkontakt oder Hölzer, die durch Verunreinigungen nicht abtrocknen können. Daher wird Moderfäule meist im Außenbereich und nur im geringen Umfang in Häusern festgestellt.

Moderfaules Holz ist im nassen Zustand schmierig und dunkel bis schwarz verfärbt. Bei Trocknung entsteht ein sehr feiner Würfelbruch, der an eine Braunfäule erinnert. Geschädigte Hölzer brechen bei Belastung ohne bemerkbare Anzeichen im Gegensatz zu anderen Fäulen, bei dem ein Brechen durch Knacken und Knistern vorangekündigt wird.

Sollten Sie entsprechende Schäden an Ihren Holzkonstruktionen bemerkt haben und weiterführende Fragen haben, können Sie mich gern kontaktieren.

Bekämpfungsmaßnahmen

In der DIN 68.800 Teil 4 sind Regelsanierungen zur Bekämpfung von holzzerstörenden Pilzen und Insekten aufgeführt.

Grundlegend ist vor einer jeden Bekämpfung ein Sanierungplan zu erstellen, in dem die Ursache, die Notwendigleit und der Umfang der Maßnahmen aufgeführt werden sollten. Da diese Maßnahmen einen allgemein gültigen Charakter besitzen, sind sehr viele Sicherheiten enthalten. Durch eine fachlich begründete Sanierungsplanung kann von der DIN abgewichen werden, sodass funktionierende und wirtschaftliche Lösungen geschaffen werden.

Beispielhaft erläutere ich dies in dem Artikel über die Sanierung des Echten Hausschwamms. (Link)

Auch bei anderen Schädlingen sind durch geringfügige Eingriffe erfolgreiche Sanierungen möglich, die deutlich wirtschaftlicher  sind als die Regelsanierungen der DIN 68.800.

Für weitere Fragen können Sie mich gern kontaktieren.

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